Die Geschichte

In Schapdetten befand sich ein aus dem Besitz des sächsischen Edelherren und Stifters Everword (* ca. 810, † 3. Mai 863) und seiner Frau Geva stammender Hof, der an das Kloster Fulda gefallen war. Der Legende nach soll der heilige Bonifatius auf seiner Missionsreise nach Friesland im Jahr 753 die Urgroßeltern des Stifters getauft haben.
Um 1122 wurde der Ort als Eigenkirche des Klosters Fulda gegründet.

Schapdetten hieß ursprünglich Thetton. Der Name Thetton geht aus einer vom Bischof Siegfried von Münster (Amtszeit 1022 – 1032) stammenden Urkunde hervor. Aus Thetton wurde zunächst Detten. Der alte Ortsname Detten findet sich in der westfälischen Mundartliteratur[1] und wird auch heute noch in Straßen- und Flurnamen wie z. B. Detterbach, Detter Berg (182 m ü. NHN), Detterfeld, und Detterheide gebraucht. Wohl zur Unterscheidung zum Ort Emsdetten, der früher ebenfalls Detten hieß, wurde aus Detten später Schapdetten. Der Ortsname Schapdetten ist zuerst im Jahr 1230 dokumentiert. Die Unterscheidungssilbe „Schap“ ist das „Schaf“, das in Orts- und Flurnamen häufig vorkommt. In Behörden fand sich häufig die Schreibweise „Schafdetten“, woraus der westfälische Dialekt dann Schapdetten formte.

Die Pfarrkirche St. Bonifatius ist eines der ältesten Bonifatius-Patrozinien im Bistum Münster. Im Münsterland trägt nur noch das ehemalige Damenstift Freckenhorst dieses Patrozinium.
Durch die kommunale Neugliederung 1975 wurde die davor selbständige Gemeinde in die neue Gemeinde Nottuln eingegliedert.

Sagenhaftes

In und um Schapdetten gibt es Zeugen der Geschichte wie z.B. das Steinkreuz zwischen Tilbeck und Schapdetten
und einige Sagen wie z.B. die, um den Grinkenschmied und seinen Braten.

Inschrift

INRI
ANNO 1164 ALDA BI DIG
CRe.IST.RebORHReT.DAS.AL
HIeeINeMelRSCHe.TILBICK
VeRMOR
DeT IST

Die Inschrift ist auf 1164 zu datiern und berichtet von der „Ermordung einer Meirischen aus Tilbeck“. Das Steinkreuz wurde umgesetzt und nachträglich auf einen Betonsockel montiert. Am oberen Sockel ist es mit Eisenwinkeln befestigt (der hintere fehlt), d.h. auch der obere Sockel ist wahrscheinlich nachträglich, der unterste sowieso. Die Inschrift ist möglicherweise auch nachgebessert worden, da sie sich teilweise auch im (wohl nachträglich) abgeschrägten rechten Arm befindet. Die Rückseite des Steinkreuzes ist stark abgeschabt. Die Gegend war früher schon immer sehr abgelegen gewesen, so dass dieses Kreuz die vielen Jahrhunderte relativ unbeschadet überstehen konnte.

Unter die Lupe genommen

Das Steinkreuz aus Baumberger Sandstein, 83x67x17cm befindet sich auf einem zweistufigen Sockel. Es steht im Südosten der Baumberge, dort, wo von der Straße Roxel – Schapdetten der Hohlweg abzweigt, der auf den Kamm der Baumberge führt. Das Kreuz ist beim Ausbau der Straße um wenige Meter von seinem alten Standort nach hier versetzt worden. Es ist mit eisernen Klammern in dem neuen Sockel befestigt. Die Ecken der Balkenenden sind halbrund ausgebuchtet.
Die Inschrift in großen lateinischen Buchstaben lautet: INRI Anno 1764 Alda ist dh …[?] Creist reboriret das alhie eine Meirsche Tilbick vermordet ist. – Danach ist das Kreuz älter als seine Inschrift; es war 1764 so verwittert oder beschädigt, daß es erneuert („reboriret“) werden mußte.

Das Denkmal steht an einem Kreuzweg in einer geschichtlich und volkskundlich interessanten Umgebung. Die Straße ist der alte Coesfelder Weg, eine in karolingische Zeit zurückgehende Königsstraße von Münster über Roxel – Schapdetten – Nottuln – Coesfeld nach den Niederlanden. Etwa 900m südlich liegt das Laerbrock, die Versammlungsstätte des Stift-Münsterschen Landtags. Hier stießen drei Kirchspielslandwehren zusammen, dreifache oder doppelte Wall- und Grabenzüge, die gleichzeitig Grenzen der Hauptgaue des Stiftes Münster bildeten: Dreingau mit Roxel und Albachten, Stevergau mit Bösensell, Nottuln und Schapdetten und Skopinggau mit Havixbeck. Nahe beim Kreuz führt ein Reststück der alten Straße durch die „Hexenkuhle“, in der die Quellen der Kückenbecke zutage treten. Hier hausen der „Wilde Jäger“ und der „Grienkenschmied“. (Brockpähler 1963)

Sagen

Sage: 1. Eine Marktfrau machte in einem Gasthaus Rast, bei sich ein Bündel mit Nägeln, das sie beim Hinsetzen auf den Tisch warf. Zwei Landsknechte vermuteten aufgrund des Klimperns, der Beutel sei voller Goldmünzen. Um ihr das Gold abzunehmen, lauerten die beiden Männer ihr auf und tötenen die Frau. Leider entdeckten sie ihren Irrtum erst nach vollendeter Greueltat.

Sage: 2. Die Merske (Meiersche, Bauernfrau) Tilbeck wurde von Landsknechten ermordet, deren Herren dem Münsterschen Landtag im nahen Laerbrock beiwohnten. Im Kruge hatten sie beobachtet, wie die Bäuerin in einem gefüllten Beutel nach Kleingeld suchte. Sie lauerten ihr auf dem Heimweg auf und erschlugen sie, fanden aber in dem Beutel nur Nägel. Die Mörder wurden in Schapdetten gehängt.

Standort

Unsere Kirche

Die katholische St. Bonifatius Pfarrkirche in Schapdetten zählt zu einem der ältesten Bonifatius-Patrozinien im Bistum Münster.
Nur noch das ehemalige Damenstift Freckenhorst trägt dieses Patrozinium im Bereich des Münsterlandes.

Pfarrer in Schapdetten

  • 1252 Lambertus
  • 1529/30 Henrik/ Hinrich Wulf(f)
  • 1606-1612? Albert Tockhusius / Torckhusius / Turhusius
  • 1616-1636? Johannes Loleves /Lülves
  • 1644-1679? Everhard Berning / Berninck
  • 1679-1696 Johann Eick(h)olt / Eicholt
  • 1697-1727 Johann Bernhard Lethmathe
  • 1728-1772 Henricus Theodorus Hügemann
  • 1772-1778 Mat(t)hias Vigener/ Viegener / Fiegener
  • 1778-1811 Franz Leopold Thiemann
  • 1811-1843 Josephus Abbenhaus
  • 1843-1845 Pfarrstelle nicht besetzt
  • 1845-1875 Johann Bernhard Schuckenberg
  • 1875-1886 Wilhelm Spork (Kaplan)
  • 1886-1917 Franz Elpers
  • 1917-1932 Josef Roemer
  • 1933-1956 Heinrich Wesselinck
  • 1956-1973 Josef Klapper
  • 1973-1991 Helmut Hengelbrock
  • 1991-1993 Josef Austermann
  • 1993-1998 Bernhard Tietmeyer
  • 1998-2003 Heinz Vethacke
  • 2003-2009 Johannes Gospos & Carsten Roeger als Vicarius Cooperator
  • 2009 Axel Pieper, Christoph Klöpper, Norbert Cassens, Pfarrer Gotthard

(Fragezeichen hinter den Jahreszahlen bedeuten, dass die Dauer der Tätigkeit
des Pfarrers nicht gesichert ist.)
Quelle:Wikipedia, Verfasser Heinz Rütering

Bildergalerie